Capital Lux (2016)

Capital Lux (2016) ist ein kleines aber feines Kartenspiel von Eilif Svensson, Kristian Amundsen Østby , das von dem allseits beliebten Reviewer Rahdo (runs through) meiner Meinung völlig zurecht als „Filler für Vielspieler“ beschrieben wurde.

Das Spiel vereint die Mechanismen „Card Drafting“, „Set Collecting“ und „Area Control“ in einem kurzen Spiel, dass man am besten zu dritt oder zu viert spielt. Zu zweit macht es leider nicht so viel Spaß, der Glücksfaktor ist dann einfach zu hoch.

Das Spiel ist schnell aufgebaut, schnell erklärt und sehr kurzweilig.

Jeder Spieler bekommt sechs Karten, 2 behält man, 4 gibt man weiter, 2 behält man, 2 gibt man weiter. So kommt man dann zu 6 Karten, mit denen man die jeweiligen Runden bestreitet.

Karten (in vier Farben) legt man entweder nach Farbe sortiert vor sich selbst aus, wo sie Punkte bringen, oder spielt sie in die Mitte (Hauptstadt = Capital). Spielt man eine Karte in der Hauptstadt aus, kann man eine der Farbe entsprechende Sonderaktion durchführen (z. B. zusätzliche Karte ziehen, Karten aus der Hauptstadt klauen).

Der Trick dabei ist, dass die im eigenen Bereich gesammelten Karten am Ende jeder Runde den Kartenwert derer in der Hauptstadt nicht überschreiten dürfen, sonst verliert man sie.

Nach drei Runden ist das Spiel vorbei, jeder zählt die eigenen Karten, die in seiner Auslage verblieben sind. Wer die meisten Punkte hat gewinnt.

Wir mögen das Spiel sehr gerne. Wie schon beschrieben ist es schnell, man muss aber schon ganz schön überlegen und rechnen. Die Möglichkeit über Kartenaktionen Karten aus der Hauptstadt zu klauen kann die Macht- und Punkteverhältnisse schnell verschieben. Was grade noch ein sicherer Punktehaufen war, ist plötzlich Geschichte und liegt auf dem Abwurfstapel.

Das Design der Karten ist anders, aber schön und nach der ersten Runde spielt man am liebsten gleich noch eine zweite oder dritte.

Wie würden es wieder kaufen.

Inis (2016)

Inis (2016) ist ein sehr schön gestaltetes keltisches „Area Control“ Game von Christian Martinez für zwei bis vier Spieler. Nach Kemet (2012), dem letzten Spiel aus dem Segment vom Publisher Matagot, überzeugt Inis durch den deutlich einfacheren Einstieg bei gleichbleibend hoher taktischer Komplexität.

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Statt Worker Placement kommen hier Karten ins Spiel:

  • Alles läuft über die Karten: Durch Kartenaktionen kommen neue Figuren, Zitadellen, Heiligtümer und sogar neue Gebiete ins Spiel. Auch die Bewegung der Figuren wird mit den Karten gesteuert.
  • Eine Aktion nach der anderen: Abwechselnd werden in einer Runde Aktionskarten ausgespielt. Davor, danach und auch als Reaktion können weitere Karten gespielt werden – die Spontankarten. Ihr könnt euch jetzt schon auf die Kombinationen freuen. Eine Runde endet, wenn alle hintereinander gepasst haben – d.h. man kann nach einem Passen ggf. auch wieder einsteigen.
  • Sieg nur mit Ankündigung: Wer in 6 Gebieten mindestens eine Figur stehen hat oder mindestens 6 gegnerische Figuren unter seiner Vorherrschaft hat oder sich in Gebieten befindet, in denen 6 Heiligtümer stehen, kündigt seinen Anspruch auf den Sieg anstelle einer Aktionen an. Erst nach Ende der Runde wird geprüft, ob die Siegbedingung immer noch zutrifft und der Sieger verkündet.

Die übersichtlichen Karten zeigen malerische Charaktere, Situationen und Landschaften. Zum Kartentext gibt es so auch Symbole auf den Karten, die dem Spieler einen schnellen Überblick geben.

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Toll ist auch die thematische Raffinesse – so erhält der Spieler nicht nur Aktionen der Götter und Mythen, sondern erfährt auf der ersten Seite der Anleitung auch noch wie die Karten mit den Sagen zusammenhängen.

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Insgesamt gibt es drei Arten von Karten:

  • Über die grünen Grundkarten erfolgen die Hauptaktionen. Die Karten werden zu Beginn jeder Runde durch ein Drafting-System an die Mitspieler verteilt: Zuerst wählt jeder eine Karte und gibt die anderen weiter – aber schon beim nächsten Mal darf man seine brandneue Karte wieder zu den Drafting-Karten hinzufügen und zwei neue behalten. Und so weiter…
  • Die roten Epic Karten erhält man durch Kartenaktionen. Während die Grundkarten jedem schnell bekannt sind, bieten die Spezialkarten ein schönes Überraschungsmoment – besonderes im Kampf.
  • Die gelben Gebietskarten erhält man durch die Vorherrschaft in dem jeweiligen Gebiet (mehr eigene Figuren als andere). Da diese Karten offen neben dem Spielplan positioniert werden, sobald ein Gebiet entdeckt wird, weiß man wenigstens was auf einen zukommt.

Lasst uns noch einen Blick auf das Kampfsystem werfen: Ein Kampf wird immer dann ausgelöst, wenn jemand ein anderes Gebiet betritt. Da ein Kampf aber vielleicht gar nicht erwünscht ist, dürfen die Spieler gemeinsam entscheiden, ob sie nicht lieber Frieden schließen ohne Blut zu vergießen. Falls es doch zum Angriff kommt, darf der Angegriffene noch schnell in die Zitadelle flüchten – diese Figur bzw. Figuren bei mehreren Zitadellen sind geschützt.

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Dann wird’s ernst: Zuerst entscheidet der Verteidigende, ob er eine Figur oder eine grüne Karte an die erste angreifende Figur des Gegners verliert. Nun attackiert man sich gegenseitig, so lange, bis einer der beiden keine Figuren mehr im Gebiet hat, mit denen er angreifen könnte. Durch zeitweiligen Friedensgesprächen kann jeder Zeit das Kriegsbeil begraben werden.

Und nun mögen die Schicksalsraben den Sieger bestimmen – oder zumindest die Zugreihenfolge.

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Fazit

Das Spiel hat viel Tiefgang und ist gleichzeitig mit circa einer Stunde kürzer als erwartet. Auch der Aufbau ist einfach und schnell. Dabei ist es durch die ständige Interaktion sehr kurzweilig. Wenn die letzte Runde absehbar wird, liefert man sich ein Kopf an Kopf-Rennen, bei dem man bis zuletzt nicht weiß, welche Siegbedingung sich durchsetzen wird. Dadurch ist es auch ausgewogen, weil man sich nicht wie bei anderen Spielen zu sehr auf eine Bedingung fixieren muss und mit dem „falschen“ Weg der Sieg sofort verspielt wird.

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P. S. Vielen Dank auch für die hünschen Beutel, die es in Essen für jeden Spieler gab.

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Microworld (2016)

Microworld (2016) ist ein kleines nettes Strategiespiel von Martino Chiacchiera für zwei Spieler, die sich im Körper als Viren und Antikörper einen Kampf liefern.

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Das Aussehen erinnert an Smallworld  und auch hier geht es um „Area Control“, nur mit noch einfacheren Regeln:

  • Spielablauf: Abwechselnd legt einer nach dem anderen seine Plättchen an das letzte vom Gegenspieler gelegte Plättchen bis alle 28 auf dem Plan verteilt sind.
  • Punkte gibt es nach jedem Zug für alle eigenen an das gelegte angrenzenden Plättchen und am Ende für die durch Plättchenmehrheit kontrollierten zusammenhängenden Regionen.
  • 6 aus 9 Sonderaktionen erhält man beim Legen in das jeweilige Feld mit dem Sonderplättchen – eingesetzt wird es in einer der folgenden Runden (max. 1 pro Zug).

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Spannend wird es dann, wenn man weitere Regeln ergänzt – dafür gibt es ein eigenes Regelbuch mit 8 variablen Regeln A-H.

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Das Spielverhalten ändert sich schlagartig. Hinzu kommen neue Aktionen, neue Ziele oder neue Punktwertungen. Plötzlich sind die Muskelfelder (rot) doppelt so viel wert und die Schleimgewebe (grün) nichts mehr oder Sonderwertungen treiben dich an, noch mehr Punkte während der Züge zu holen.

So war es z. B. Sebastian möglich, mit seiner Charaktereigenschaft „Vertausche dein Plättchen mit einem anderen“ meinen atomar infizierten Virus (= bedeutet keine Wertung der Region) aus einer Region wegzutauschen und damit auch die Mehrheit in der Region zu erhalten und die Wertung wieder zu aktivieren, da mein Plättchen nun in einer anderen Region lag.

Ein weiterer Pluspunkt ist der modulare Aufbau des Spielbrettes mit 4 beidseitig bedruckten Feldern.

Fazit

Schön und einfach überzeugt das Spiel für 2 Personen insbesondere durch die variablen Regeln. Man hat Lust auf die nächste und gleich wieder nächste Runde, einfach weil es so viele Möglichkeiten gibt, neue Regeln zu kombinieren. Die Sonderaktionen sind hilfreich und geben dem Spieler die Möglichkeit kreativ in das Spiel einzugreifen. Es ist schnell aufgebaut und mit 10-15 Minuten Spielzeit das perfekte Spiel für Zwischendurch.

Roll for the Galaxy (2014)

Das bisher leider nur auf Englisch erschienene Strategiespiel Roll for the Galaxy (2014) ist die Würfelvariante zum Kartenspiel Race for the Galaxy (2007).

Lange Zeit war das Spiel Mittelpunkt verschiedener Gerüchte, niemand war sich sicher, ob es jemals erscheinen wird. Das erste veröffentlichte Cover wurde schon als Hoax abgestempelt und selbst nach der positiven Stellungnahme des Publishers (Rio Grande Games), dass das Spiel erscheinen wird, schien ein Release fraglich.

Im November 2014 ist Roll for the Galaxy dann doch erschienen und man bekommt es heutzutage sogar bei Amazon; leider kostet es meistens über 70 €.

Für den Preis bekommt man über 100 „Custom Dice“ (speziell für das Spiel hergestellte Würfel), viele dicke Papp-Plättchen, 5 Plastik-Würfelbecher und wenn man Glück hat sogar eine Anleitung (bei uns hat sie gefehlt).

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Bei dem Spiel an sich geht es darum, mit Würfeln, die als Arbeiter eingesetzt werden können, Technologien zu erforschen und Planeten zu besiedeln.

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Technologien bringen spielerische Vorteile (mehr Geld, Würfel entgegen der Regeln setzen), Planeten geben neue Würfel. Es gibt 7 verschiedene Würfelfarben, die über verschiedene Verteilungen von Aktionen verfügen. Je nachdem, welche Planeten man baut, bekommt man die verschiedenfarbigen Würfel. So stellt man sich, ähnlich wie bei einem Deckbauspiel, seine optimierte Arbeiterschaft zusammen.

Das Spiel endet, wenn eine gewisse Anzahl an Technologien erforscht oder Planeten besiedelt wurden.

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Bewertung

Das Spiel ist sehr schnell aufgebaut, relativ schnell erklärt und spielt sich in angenehmen 45 Minuten. Und das unabhängig von der Spielerzahl (2-5), da die meisten Aktionen parallel ablaufen.

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Wir haben das Spiel mittlerweile zu zweit, zu dritt und zu viert gespielt und es hat uns in allen Varianten gefallen.

Roll for the Galaxy hat bis jetzt jedem, mit dem wir gespielt haben, Spaß gemacht und auch wir holen es immer wieder gerne aus dem Regal.

Das Spiel ist nicht zu glückslastig, es passiert aber schon hin und wieder, dass ein Spiel überhaupt nicht läuft. Die kurze Spielzeit mildert den Frust jedoch ab.

Man hat während des Spiels genügend Entscheidungen zu treffen, das Spiel ist kurzweilig und jede Runde macht Spaß; von Anfang an.

Ein tolles Würfelspiel mit tollem Material und eine würdige Variante zum auch von uns sehr geschätzten Race for the Galaxy.

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PS: Wer sich fragt, wie sich Roll im Vergleich zu Race schlägt, es bleibt dem Thema treu, viele Mechaniken lassen sich wiederentdecken, es ist aber trotzdem verschieden genug um beide zu haben.

 

Auf den Spuren von Marco Polo (2015)

In dem Spiel Auf den Spuren von Marco Polo durchquert man mit 2-4 Spielern Asien auf verschiedenen Pfaden und begibt sich damit auf die Reisen des Abenteurers. Das Spiel ist von Simone Luciani und Daniele Tascini, den Erfindern von „Tzolk’in“ (einem recht komplexen Worker-Placement-Spiel). Bei Marco Polo handelt es sich aber nicht um ein Worker-Placement-, sondern um ein Würfel-Placement-Spiel (bekannt aus „Kingsburg“, „Troyes“ oder „Burgen von Burgund“).

Würfel-Placement-Spiel

Jeder Spieler erhält 5 Würfel, die er auf verschiedene Aktionen setzen kann, um möglichst effizient zu benötigte Ressourcen zu erlangen. Dabei spielt auch die Anzahl der Würfel und die Zahl auf den Würfeln eine Rolle: umso höher, desto besser fallen die Belohnungen aus, teilweise erhöhen sich aber auch die Kosten.

Im Folgenden wollen wir auf die unterschiedlichen Aktionsmöglichkeiten eingehen:

Einige Basisaktionen wie die Bewegung auf der Landkarte und der Erhalt von neuen Aufträgen, Waren oder Geld stehen von Anfang an zur Verfügung.

Waren kaufen

Reisen

Aufträge erwerben

Das Besondere an Marco Polo ist aber das Freischalten weiterer Aktionen auf den verschiedenen Städten des Spielplans. Dazu muss auf den Orten Halt gemacht werden – reines Durchziehen gilt nicht (hier errichtet man dann automatisch einen so genannten Handelsposten).

Webposten und neue Aktion

Sonder-Bonus

Zudem lohnt sich das Reisen neben neuen Aktionen und Sonderboni, da jeder Spieler zwei Zielkarten (ähnlich wie bei „Zug um Zug“) erhält, die wiederum Siegpunkte bringen können.

Siegpunkte gibt es während des Spiels, wenn man

  • Aufträge erfüllt und
  • Tauschaktionen in Städten durchführt.

Am Ende erhält der Spieler zusätzliche Punkte, wenn er

  • das Erfüllen der Zielkarten schafft (oder zumindest einzelne Städte davon bereist hat),
  • die meisten Aufträge insgesamt erfüllt hat,
  • das Setzen (fast) aller Handelsposten,
  • das Erreichen von Beijing.

Beijing erreicht

Doch die Reise auf den Spuren von Marco Polo ist nicht leicht, so dass jeder Spieler gleich zu Spielbeginn einen Begleiter von Marko Polo wählen darf, der einem starke Sondereigenschaften beschert. Diese variablen Spielereigenschaften bestimmen die eigene Taktik, da man z. B. statt in Venezia in Beijing startet, keine Extrakosten für zusätzliche Aktionen zahlen muss oder einen weiteren Würfel zur Verfügung hat.

Überblick Spieler A

Überblick Spieler B

Dadurch ist es gleich viel spannender, über die Ausgewogenheit der einzelnen Charaktere wird aber gerne diskutiert. Manch ein Begleiter erscheint je nach Spielerkonstellation besonders stark.

Bewertung

Der sehr schön gestaltete Spielplan lässt einen sofort in die Welt der mittelalterlichen Entdecker eintauchen. Dabei wird der Spieler gleich zu Beginn vor eine wichtige Entscheidung gestellt: Die richtige Strecke muss gewählt werden. Das ist so bedeutsam, weil eine Umkehr kaum sinnvoll bzw. möglich ist. Das Reisen ist teuer und Verstrebungen zwischen den Wegen fehlen. Es passiert daher schon häufiger, dass man die beiden Zielkarten, die man zu Beginn des Spieles erhält, nicht erfüllt (da nicht alle vier Städte bereist werden konnten).

Wegstrecken

Das Spiel ist vielseitig und liefert dem Spieler eine Fülle an taktischen Möglichkeiten, da der Spielplan jedes Mal neu aufgebaut wird:

Material

Die Bonus-Plättchen werden neu gesetzt und aus einer Vielzahl von Aktionen werden pro Spiel nur wenige auf die Städte verteilt. Das sorgt für immer neue Kombinationsmöglichkeiten. Doch am stärksten verändert sich das Spiel durch den jeweiligen Begleiter. Dadurch steigt der Wiederspielwert enorm. Gleichzeitig sind die Grundregeln aber einfach und ermöglichen einen schnellen Einstieg in das Spiel.

Das Material ist sehr hochwertig, als Ressourcen dienen kleine Holzfiguren (Kamele, Pfeffersäckchen, Seide und Gold), die es in kleiner und großer (dreifacher Wert) Variante gibt. Dabei kommt man aber leider schon einmal durcheinander, um welche Wertigkeit es sich nun handelt, wenn man gerade in seinem Depot keins zum Vergleichen hat.

Holzfiguren

Der Glücksfaktor hält sich trotz der Würfel in Grenzen, da es Möglichkeiten gibt, Würfel neu zu würfeln bzw. weiter zu drehen. Diese Sonderaktionen lassen sich mit Kamelen bezahlen und jederzeit durchführen. Weitere Sonderaktionen sind drei Kamele in einen zusätzlich Würfel oder einen Würfel in 3 Geld umtauschen. Diese Zusatzaktionen können bei Bedarf vor der eigentlichen Aktion durchgeführt werden.

Spielüberblick

Fazit

Marco Polo ist ein wirklich schön gestaltetes Spiel, das mit seinen vielen kniffligen Entscheidungen glänzt. Durch asynchronen Startbedingungen (Variable Spielereigenschaften) und dem modularen Spielaufbau gleicht kein Spiel dem anderen. Die einfach gehaltenen Spielrunden ermöglichen es, sich voll auf seine taktischen Möglichkeiten zu konzentrieren. Das Spiel fesselt einen bis zum letzten Augenblick. Man hat nie Gewissheit darüber, ob man noch all seine Ziele schafft und damit die spielentscheidenden Punkte nach Hause holen kann.

Auf den Spuren von Marcl Polo bekommt von uns eine Kaufempfehlung und 9 von 10 Punkten.

Evolution (2015)

Evolution ist ein Kartenspiel, bei dem die Spieler versuchen müssen, eine möglichst hohe Anzahl unterschiedlicher Tiere durchzufüttern, ihre Population und Größe zu mehren und dabei nicht von anderen Tieren gefressen zu werden.

Das schaffen wir durch die Kombination verschiedener Eigenschaften, die wir unseren Tieren zuweisen können.

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Aber erstmal ein paar Hintergrundinfos:

Das Spiel Evolution hat bei der Crowd-Funding Plattform „Kickstarter“ seinen Ursprung. Hier konnte die Spielidee überzeugen und fast 125.000 $ sammeln. Gebraucht wurden damals nur 10.0000 $. Das war im Juni 2014. Mittlerweile wurde das Spiel vom Schmidt Spieleverlag herausgebracht und ist seit dem 2. April 2015 auch in Deutschland zu haben. Interessant ist, dass die deutsche Version, im Vergleich zur Englischen, nur 5 Spieler zulässt. Bei der englischen Ausgabe ist einfach etwas mehr Spielmaterial vorhanden und es gibt kleine Spielerhilfen (die man nicht braucht). Sonst ändert sich nichts. Nun ja, der Preis: Die deutsche Ausgabe kostet aktuell ca. 29 €, die Englische ca. 70 €.

Jetzt zurück zum Spiel.

Evolution besteht im Grunde genommen aus 3 Komponenten:

  1. Tierartentableaus auf denen wir mit kleinen Holzklötzchen die Population und die Größe unserer jeweiligen Tierart festhalten.
  2. Karten, die die unterschiedlichen Eigenschaften unserer Tiere definieren
  3. Nahrungschips, die das Futter unserer kleinen Tierchen darstellen.

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Alles andere im Karton macht das Spiel schöner, thematischer und bringt uns unbeschwerten Spielspaß.

Es gibt Stoffsäckchen für unsere gesammelten Nahrungschips, ein Wasserloch auf dem die zur Verfügung gestellte Nahrung gesammelt wird und ein Dinosaurierstartspielerfigürchen.

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Dem entsprechend schnell ist das Spiel auch auf- und abgebaut.

Die Regeln sind einfach und lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Zu Beginn hat jeder Spieler eine Tierart mit Population und Größe 1. Wir bekommen ein paar Karten auf die Hand, die wir entweder durch Abwerfen der Karten dafür verwenden können,

  • eine neue Tierart zu erschaffen oder
  • die Population bzw. die Größe einer Tierart zu erhöhen.

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Wirft man die Karte nicht ab, sondern lege sie an eine Tierart an, erhält diese die aufgedruckte Fähigkeit. So kann man z. B. zusätzliche Nahrung nehmen, schützt sich vor Fleischfressern oder wird selbst zum Fleischfresser.

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Wichtig ist dabei, dass beim Spiel zu zweit nur 2, bei mehr Spielern 3 Eigenschaften pro Tier angelegt werden können.

Nach dieser Kartenphase versucht man die erforderliche Nahrung für sich zu erhaschen, nicht gefressen zu werden (wodurch die Population gesenkt wird) und die gefressene Nahrung in seinem persönlichen Beutel zu horten.

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Am Ende des Spiels zählt man die gefressene Nahrung, die Population der noch lebenden Tiere und die übrig gebliebenen Eigenschaften (alles ergibt jeweils 1 Punkt). Sieger ist der Spieler mit den meisten Punkten.

Bewertung

Evolution erinnert uns im ersten Moment an „Race for the Galaxy“ und „La Isla“. Wir haben eine Kartenhand und müssen für jede Karte entscheiden, ob wir sie als Resource oder als Eigenschaft spielen. Was Evolution hier zu etwas Besonderem macht, sind die Kombinationen, die Synergien und das Gefühl seine Tierchen mit den besten Eigenschaften ans Wasserloch schicken zu wollen. So ist es z. B. möglich mit einem langen Hals an Nahrung zu kommen, die anderen Tieren nicht zur Verfügung steht. Wenn das Tier dann noch gefräßig ist, kann es gleich 2 Nahrung nehmen. Die Funktion Kooperation füttert dann auch noch das nächste Tier, und dieses Tier schützt mit seinem Warnruf alle anderen.

Das Spiel ist einfach, die Kartentexte kurz und selbsterklärend. Durch die große Anzahl an unterschiedlichen Kombinations-möglichkeiten bleibt es spannend und unterhaltsam.

Gleichzeitig fordert das Spiel: Was macht mein Gegner? Wird er gleich ein Tier zum Fleischfresser machen? Wie kann ich meine Tiere schützen? Wenn ich eines meiner Tiere zum Fleischfresser mache und mein Gegenüber seine Tiere schützt (z.B. durch Klettern), werde ich eventuell sogar dazu gezwungen, meine eigenen Tiere zu fressen.

Das Spiel schafft es wirklich hervorragend, ständig neue Grundvoraussetzungen zu schaffen, an die man sich immer wieder neu anpassen muss. Und nicht umsonst steht auf der Packung „Fressen und gefressen werden“.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal darauf eingehen, dass beim Zwei-Personen-Spiel bei jedem Tier nur 2 statt 3 Eigenschaften ausgespielt werden dürfen. Wir haben das Gefühl, dass die 3. Eigenschaft aber nötig ist. Wir brauchen eine Eigenschaft um besser an Nahrung zu kommen (z. B. Fettschicht zum Nahrung speichern oder langer Hals für zusätzliche Nahrung). Eine weitere Eigenschaft benötigt man um Gruppensynergien zu schaffen. Wenn die Tiere sich nicht gegenseitig helfen, wird es schwierig. Die 3. Eigenschaft kann dann zum Schutz verwendet werden. Nur gibt es eben bei zwei Spielern keine dritte Eigenschaft und so kommt es zu einem ungewollten Katz- und Mausspiel. Es geht im Endeffekt zu oft darum, wer wann zum Fleischfresser wird.

Wir vermuten jedoch, dass es bei der Verwendung von 3 Eigenschaften bei zwei Spielern (entgegen der Regeln) zu Kombinationen kommen kann, die nicht mehr geschlagen werden können. Das werden wir noch testen, die Regel hat es aber sicherlich aus einem guten Grund in die finale Fassung geschafft.

Fazit

Evolution ist ein toll gemachtes Spiel mit vielen guten Ideen. Es macht einfach Spaß, neue Tiere zu erschaffen und sie weiterzuentwickeln. Das Spiel ist schnell auf- und abgebaut, schnell erklärt und spielt sich innerhalb einer Stunde. Zu zweit sogar eher in 30 Minuten. Für Vielspieler ist es interessant, den Überblick zu bewahren und seine Tiere auf alle drohenden Gefahren vorzubereiten. Gelegenheitsspieler können sich auf eine gut geschriebene, kurze Anleitung freuen.

Das Spiel bleibt abwechslungsreich und spannend. Wir freuen uns aber schon darauf, es beim nächsten Spieleabend mit weiteren Spielern zu testen.

Evolution bekommt von uns eine Kaufempfehlung und 7 von 10 Punkten.

Kommentar von RALF – Alternativregeln für Deus

 

Wir haben von RALF eine interessante Variante für Deus erhalten, die das Spiel um einiges besser machen soll – diese wollen wir euch nicht vorenthalten:

DEUS ist ein gutes Spiel, aber zu leicht, und ich fand das Spiel verschenkt einiges von seinem Potential. Daher habe ich ca. 60 Partien mitprotokolliert ( Spielerverhalten, Welche Karten werden gespielt, Aktionen auf Spielfeld etc) und analysiert. Ich habe eine Alternativregel erstellt und diese in nochmal 30 Partien fein abgestimmt.

Das Resultat: Alternativregel für DEUS

Gespielt wird zu viert auf einem Spielfeld von 8 Spielteilen (zu dritt auf 6 Spielteilen, zu zweit auf 4). Die Anordnung erfolgt wie auf der Regelrückseite mit mittigem Loch; Startfelder gegenüber in Anordnung 3 – 2  – 3 ( mit mittigem Freifeld). Jeder Spieler startet auf zwei definierten Startfeldern. Hierdurch starten alle Spieler im gleichen Abstand von den Mitspielern.

Unterschiede zu den normalen Spielregeln:

  • Zu Beginn erhält man keine Siegpunkte.
  • Gespielt wird mit einem ausgesuchten Satz von 120 Karten ( je 22 Karten Blau/Braun/Rot, 24 Karten Grün, 16 Karten Gelb und 14 Karten Violett.)
  • Handkarten : Die Spieler haben zu jeder Zeit maximal 3 Handkarten. Darf man im Falle einer aktivierten Karte z. B. 3 Karten mehr ziehen, so nimmt man statt einer Nachziehkarte 4 Stück und sucht eine aus die man behält, legt 3 Karten wieder ab.
  • Im Spielzug kann man entweder eine Karte ausspielen und anschliessend wieder eine ziehen oder alle 3 Handkarten ablegen (opfern).
  • Im Opferfall erhält man:Blau – Schiff-Figur  +  3 Gold
    Grün – Produktionsgebäude + 3 Rohstoffe
    Gelb – Wissenschaftsgebäude + 4 anstatt 3 Karten ziehen, eine davon wieder ablegen
    Braun – Zivilgebäude + 1 Siegpunkt
    Rot – Militärgebäude
    Violett – ein Gebäude nach Wahl
  • Ein Rohstoff darf durch 5 Gold ersetzt werden.
  • Militärgebäude dürfen sich nicht über Barbarendörfer und besetzte Gebiete von Mitspielern hinweg bewegen. Dadurch ist Blockade möglich.
  • Es ist nicht erlaubt, gegen die Zahlung von 3 SP ein Gebäude in ein leeres Feld am Spielfeldrand zu stellen! Diese Regel findet keine Anwendung.
  • Die Karten dürfen nach Wahl aktiviert werden, also nicht zwingend von unten nach oben.

Spielende

Das Spiel endet sofort wenn …

  • alle 6 Tempel (5 Tempel bei 3 Spielern) aus dem Vorrat gespielt wurden,
  • alle Barbarendörfer angegriffen wurden oder
  • die letzte Karte vom Talon gezogen wurden (bei 2 Spielern 90 Karten, bei 4 Spielern wird der Talon 1 x durchgespielt, die Karten gemischt und noch einmal 40 Karten als Talon bereitgestellt).

Die Spieler, die in dieser Runde noch an der Reihe wären, spielen ihren Zug noch, damit jeder Spieler gleich viele Spielzüge hatte.

Deus (2014)

Deus ist ein Strategiespiel von Sébastien Dujardin, seinerseits wohl am bekanntesten als Co-Designer des Spiels Troyes aus dem Jahre 2010. Deus ist eine Mischung aus Karten- und Brettspiel bei dem wir die Karten nutzen, um Gebäude zu bauen und abhängig von unserer Position auf der Landkarte Aktionen durchzuführen.

Überblick Deus

Der Spielplan wird je nach Spieleranzahl zufällig aus 4 bis 7 beidseitig bedruckten Platten mit jeweils 7 Geländetypen zusammengestellt. Die Platten können beliebig ausgerichtet werden und garantieren so stets unterschiedliche Startbedingungen.

Die Geländetypen Ackerland, Wald, Sumpf und Gebirge ermöglichen es uns in Kombination mit den richtigen Gebäuden Rohstoffe zu produzieren.

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Meeresgebiete können nur mit „Seefahrtsgebäuden“ (sprich Schiffen) bebaut und später von Militäreinheiten betreten werden.

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Am wichtigsten sind jedoch die dunkelgrauen „Barbarendörfer“. Hier werden zu Spielbeginn, je nach Anzahl der sie umgebenden Felder, Siegpunkte stationiert. Sind die Barbarendörfer später komplett von Gebäuden/Einheiten umzingelt und ist darunter mindestens eine militärische Einheit, so erhält der Spieler mit den meisten angrenzenden Militäreinheiten die Siegpunkte.

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Nach dem Aufbau des Spielbretts erhält jeder Spieler etwas Geld und 5 Karten, jede Karte stellt ein Gebäude dar und ermöglicht 2 aufeinanderfolgende Aktionen.

Spielt man eine Karte aus, platziert man zuerst ein entsprechendes Gebäude auf dem Spielfeld.

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Danach legt man die Karte in seine persönliche Ablage und führt die Aktionen aller schon ausliegenden Karten des gleichen Gebäude-Typs aus.

Es gibt 6 unterschiedliche Gebäude und die möglichen Aktionen passen thematisch zur Art des jeweiligen Gebäudes.

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  • Seefahrtsgebäude ermöglichen Handel und den Umtausch von Rohstoffen in Geld.
  • Wissenschaftsgebäude ermöglichen das Ziehen neuer Karten.
  • Militärgebäude ermöglichen die Bewegung von Militäreinheiten auf dem Spielfeld.
  • Produktionsgebäude produzieren Rohstoffe abhängig von platzierten Gebäuden.
  • Zivilgebäude bringen sofortige Siegpunkte.
  • Tempel bringen zusätzliche Siegpunkte am Ende des Spiels.

Möchte oder kann man keine Gebäude bauen, besteht die Möglichkeit, Karten zu opfern (sprich Karten abzuschmeißen). Im Vergleich zu anderen Spielen macht Deus hier etwas Neues, das Abschmeißen von Karten führt wiederum zu Sonderaktionen. Je nach Kartentyp und Anzahl der abgeworfenen Karten bekommt man neue Gebäudesteine, Ressourcen, zusätzliche Karten oder Siegpunkte. Danach zieht man wieder Karten nach.

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So baut man seine Gebäude auf die Kontinentalplatte, erhält Rohstoffe, nutzt diese um neue Gebäude zu bauen, Militäreinheiten zu bewegen, Siegpunkte zu generieren und Barbarendörfer zu plündern. Wenn alle Barbarendörfer geplündert sind, endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

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Bewertung

Als wir das erste Mal von Deus gehört haben, war die Rede von einem Civ-Spiel mit kurzer Spieldauer, das ist es aber nicht. Man kann zwar versuchen seine Zivilisation in eine Richtung zu entwickeln, viele Militäreinheiten zu bauen oder alle Ressourcen in die Wissenschaft zu investieren. Das hat aber keine großen Auswirkungen und wird auch vom Spiel nicht belohnt.

So bringen die Tempel sehr wichtige Siegpunkte; man kann diese aber (außer dem ersten) nur bauen, wenn von jedem anderen Gebäude schon mindestens genauso viele gebaut wurden. Damit wird einem eine gleichmäßige Entwicklung aufgezwungen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Kartenaktionen nur durchgeführt werden können, wenn man ein entsprechendes Gebäude baut. Die Gebäude sind aber begrenzt. Man kann seine Aktionen also nicht beliebig oft einsetzen. Hat man endlich viele Aktionen im Militärbereich ausgespielt, kann man diese plötzlich nicht mehr nutzen.

Genau diese Spielmechanik macht uns auch an anderer Stelle Schwierigkeiten. Das Spiel spielt sich eigentlich wie ein Engine-Builder. Ich will meine Wirtschaft in Schwung bringen, eine Produktionsstraße schaffen. Aber wenn es dann soweit ist, muss ich mich wieder in eine andere Richtung entwickeln.

Hier kommt uns auch die kurze Spieldauer von etwa 45 bis 60 Minuten quer. Immer wenn man das Gefühl hat, alles läuft, ist das Spiel vorbei. In unseren letzten Spielen ist es wiederholt vorgekommen, dass ein Barbarendorf abgeschirmt wird, um das Spiel etwas zu verlängern und dadurch eine zusätzliche Siegbedingung zu erreichen. Das ist natürlich ein interessanter Spielzug, passt aber nicht zum restlichen Spiel, weder thematisch noch spielmechanisch.

Zwei Dinge möchten wir noch gesondert ansprechen:

  1. Deus ist ein Kartenspiel und manchmal kommt das Gefühl auf, dass man stets die falschen Karten zieht.
  2. Die Abschlusswertung vergibt Punkte für den Spieler mit den meisten Einheiten jedes Rohstoffes. Da man Karten opfern kann, um Rohstoffe zu bekommen, wird hier der letzte Spieler (in Spielreihenfolge) besonders belohnt. Er kann einfach abwarten, wer wie viel von welchem Rohstoff hat und dann dem entsprechend nachlegen. Das fanden wir von Anfang an unfair.

Unabhängig von diesen „Kritikpunkten“ ist Deus ein schönes, kurzweiliges, stets spannendes Spiel. Das Material ist toll, die Anleitung kurz und verständlich. Das Spiel ist schnell erklärt, trotzdem entwickelt sich strategischer Tiefgang und es gibt jede Menge Entscheidungen zu treffen.

Wir haben Deus bis jetzt immer zu zweit gespielt. Durch den modularen Spielplan funktioniert das ausgezeichnet. Die Spannung kommt durch die räumliche Nähe auf dem kleinen Spielplan nicht zu kurz. Wir denken, dass das Spiel mit 2, 3 und 4 Spielern gleich gut funktioniert.

Fazit

Deus ist kein Civ-Spiel, es ist ein Kartenspiel mit Wechselwirkungen zum Spielfeld. Das macht es aber nicht zu einem schlechten Spiel. Die Spiele sind stets abwechslungsreich, kurzweilig und spannend. Die Regeln nicht zu kompliziert. Die Anleitung hat grade mal 6 Seiten, trotzdem haben wir uns auch als Vielspieler nie gelangweilt. Wenn man weiß, um was es bei Deus geht und wenn man darauf Lust hat, kann man wirklich Spaß mit dem Spiel haben.

Wir geben Deus 7 von 10 Punkten.

 

Nauticus (2013)

In Nauticus von Wolfgang Kramer (von „El Grande“ bekannt) und Michael Kiesling (zusammen bekannt von „Tikal“, „Torres“ und „Die Paläste von Carrara“) dürfen wir uns voll und ganz dem Schiffbau hingeben. Nachdem es schon einige Spiele gegeben hat, in denen Schiffe im Mittelpunkt standen (z. B. „Carcassonne Südsee“ oder „Die Entdecker“), geht es jetzt endlich ums Bauen der Schiffe.

Das Spiel setzt sich unter anderem aus einem Spieltableau mit acht modularen Aktionsplatten & einer Drehscheibe sowie 231 Schiffsplättchen, 48 Warenplättchen (Kaffee, Mehl, Salz und Fische) und Material für die Spieler zusammen.

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Schiffe bauen

Gebaut werden die Schiffe in folgender Reihenfolge: Rumpf, Mast und Segel. Auf Mast und Segel sind Wappen abgebildet, von denen jedes Schiff immer nur eine Art tragen darf. Es gibt 4 Wappen und Kronen-Plättchen, die als Joker fungieren. Wir haben uns erst über den langen Mast gewundert, aber daran wird das Segel „angebracht“.

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Und schon ist das 1er-Schiff bzw. ein Abschnitt eines größeren Schiffes fertig. Insgesamt darf das Schiff bis zu vier Masten haben. Das lohnt sich dann auch richtig: Umso größer das Schiff, desto mehr Belohnungen (sofort) und Siegpunkte (am Ende) gibt es. Aber Vorsicht, denn das Fertigstellen des Schiffes wird mit jedem Mast schwieriger – insbesondere bei mehreren Spielern.

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Doch als erfolgreicher Werftinhaber kann man auch mehrere Eisen im Feuer haben und an mehreren Schiffen gleichzeitig herum werkeln. Gerne auch für mehrere Fraktionen gleichzeitig (hier ein Ausschnitt mit schon fertigen Schiffen).

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Und was wäre, wenn man ein Schiff nicht auch noch beladen und diese Waren gewinnbringend veräußern könnte? Genau, dann würde etwas Fehlen. Neben dem Beruf des Werftinhabers kann man sich so auch als Reeder und Warenhändler austoben. Die Schiffe können schon während des Baus mit Waren beladen werden. Ausgeliefert wird aber erst, wenn das Schiff fertiggestellt ist (sonst würde es ja untergehen) und dann auch nur, wenn es komplett beladen ist (sonst lohnt es ja nicht wirklich). Die Siegpunkte dafür gibt es am Ende.

Und jetzt kommt sie, die Goldene Regel. Sie besagt, dass Waren und Schiffs- Plättchen, die man umsonst kauft oder erhält, immer zuerst ins Lager müssen.

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Manchmal wünscht man sich daher, dass man wenigsten ein Geld dafür gezahlt hätte. Die Goldene Regel wird übrigens tatsächlich als solche im Regelheft beschrieben und so häufig wiederholt, dass man sie nicht mehr vergisst! Sehr lustig und wirklich gut gemacht. Hier ein kurzer Auszug:

„Und wenn Sie das Spiel erklären, sollten Sie nicht versäumen, diese Goldene Regel oft zu wiederholen und auf die Frage „Muss das jetzt ins Lager?“ mit einem bestimmten „Ja, wie immer!“ zu antworten.“

An Schiffteile und Waren kommt man über Aktionen auf dem Spieltableau: Vier Kaufaktionen stehen für den Erwerb von Rumpf, Mast, Segel und Waren zur Verfügung, Zusätzlich gibt es vier allgemeine Aktionen, bei denen man (von links nach rechts auf dem Bild) Waren verkaufen, Bauteile und Waren vom Lager zur Werft bringen kann, Geld einkassiert sowie Siegpunkte für Kronen („Kronenwertung“) erhält.

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Je nachdem wo sich die Aktion auf dem Tableau befindet, bekommt man unterschiedliche Boni und zahlt man mehr oder weniger für die Waren.

Nauticus_11_Drehscheibe

Nauticus_11_Aufbau

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z. B. zahlt man hier für einen Mast mit Ruder-Wappen 3 Geld und mit Schiffchen-Wappen kein Geld (siehe auf dem Foto).

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Es gibt fünf Runden (bei 2 Spielern vier) …

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… und in jeder Runde werden sieben Aktionen gespielt, wobei jede nur einmal pro Runde ausgewählt werden darf (nach der Nutzung  werden die Aktionsplatten umgedreht).

Nauticus_10_Rundenende

Das klingt erst einmal wenig, aber die Aktionsphase hat noch einiges zu bieten:

  • Der Startspieler wählt eine Aktion und erhält den Bonus der ausgewählten Aktion (auf dem Tableau in der Mitte aufgedruckt
  • Alle Spieler dürfen die vom Startspieler ausgewählte Aktion ausführen. Nach jeder Aktion wechselt der Startspieler und der nächste wählt die Aktion aus.
  • Alle Spieler dürfen die Aktion mehrmals hintereinander nutzen. Jedes Mal wird dafür ein Arbeiter benötigt. Dafür stehen einem auf der Drehscheibe 0-3 Arbeiter zur Verfügung, die nur für die jeweilige Aktion genutzt werden dürfen­­­ (d. h. 1-3 Mal ist die Aktion „frei“). Will man sie noch häufiger nutzen, muss man seine „eigenen“ Arbeiter (= Arbeiterklötzchen) nutzen.
  • Alle Spieler dürfen auch passen (auch der Startspieler, der die Aktion ausgesucht hat). Passen hat hier auch etwas Positives: Jeder Spieler startet nämlich jede Runde mit -6 Siegpunkten auf drei Plättchen verteilt (-3, -2 und -1). Wenn man passt, dreht man die Plättchen auf die Rückseite mit der Krone um. Der Clou daran ist, dass man nicht nur keine Siegpunkte mehr abgezogen bekommt, sondern die Krone auch für eine „Kronenwertung-Aktion“ nutzen kann.

Bewertung

Nauticus ist ein Strategiespiel, das durch die Aktionsverteilung auf dem Spieltableau einen geringen Glücksfaktor erhält. Man kann aber argumentieren, dass eben dadurch ein Wirtschaftssystem simuliert wird.

Das Spiel setzt sich aus einer Vielzahl von hochwertigem Material zusammen. Entsprechend lange dauert das Ausdrücken der Teilchen vor dem ersten Spiel.

Nauticus_01_Auspacken_kl

Aufgebaut ist es aber bei richtiger Organisation (viele Zip-Beutel) recht schnell. Die Anleitung ist gut strukturiert. Besonders schön ist die Beschreibung des Spielaufbaus.

Nauticus_00_Anleitung

Die Möglichkeiten bei Nauticus sind vielfältig. Zu Beginn des Spiels bekommt man recht viele Münzen und Arbeiter, mit denen man aber gut haushalten muss. Das bringt einen schnell in die Zwickmühle, Aktionen nur zu wählen, um an die Boni (auf dem Tableau aufgedruckt) zu kommen. Dabei hangelt man sich häufig von Bonus zu Bonus. Zudem sind häufig bestimmte Aktionsreihenfolgen „vorgegeben“ (z. B. erst Rumpf dann Mast; erst Kaufen dann Verkaufen). War eine Aktion „zu früh“ dran (z. B weil ein Mitspieler sie direkt am Anfang des Zuges nutzt), muss man für bestimmte Handlungen häufig auf die nächste Runde warten. Geschicktes Umdenken hat so einen hohen Stellenwert.

Manchmal wird es richtig knifflig und es gibt keinen Ausweg. So kann es vorkommen, dass man bei der vorletzten Runde alle Schiffe fertiggestellt hat, das Lager leer ist und man in der letzen Runde quasi von vorne anfangen muss. Die ganze Runde fühlt sich dann wie „verschenkt“ an.

Das Spiel ist recht interaktiv, auch wenn der Kontakt nur indirekt über die Wahl der Aktionen zustande kommt. Taktisch ist es sinnvoll die „Kronenwertung“ nicht zu vernachlässigen. Hierrüber lassen sich gerade in den letzen Runden zahlreiche Punkte machen.

Fazit

Nauticus ist ein qualitativ hochwertiges Spiel, die Ausstattung ist üppig und das Design treffend. Am Anfang jeder Runde werden Aktionsmöglichkeiten und Kosten vom Zufall beeinträchtigt. Das trifft aber alle Spieler und simuliert Angebot und Nachfrage. Die Regeln sind schnell erklärt und das Spiel ist angenehm kurzweilig. Das Spiel zu dritt oder viert konnten wir leider noch nicht testen. Die taktischen Möglichkeiten und Arten das Spiel für sich zu entscheiden sind aber leider zu gering.

Nauticus bekommt vom Brettspielduo 6 von 10 Punkten.

Imperial Settlers (2014)

Imperial Settlers ist ein Kartenspiel des polnischen Spieleentwicklers Ignacy Trzewiczek. Ignacy hat zuletzt mit dem Co-Op Spiel „Robinson Crusoe“ auf sich aufmerksam gemacht, eingefleischte Computerspieler freuen sich schon auf „The Witcher Adventure Game“.

Das Spielmaterial besteht aus 220 Karten, Holzspielsteinen für die 4 Grundressourcen (Holz, Stein, Nahrung, Arbeiter) und dazu noch zahlreichen Kartonplättchen für Angriffs- und Verteidigungsmarker, Gold und sonstige Spielmechaniken.

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Spielbeschreibung

Bei Imperial Settlers versucht man mit einer von vier Fraktionen, den Römern, Barbaren, Japanern oder Ägyptern, die erfolgreichste Zivilisation aufzubauen. Der Erfolg wird dabei anhand von Siegpunkten gemessen, die man durch das Errichten von Gebäuden, durch Karteneffekte oder als Belohnung für einen Handel erlangen kann.

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Für jedes Volk gibt es ein 30 Karten umfassendes Spezialdeck, ein zweites Deck mit allgemeinen Zivilisationskarten steht allen Spielern zur Verfügung. Jede Karte hat bis zu zwei Funktionen, diese unterscheiden sich aber, je nachdem ob es eine völkerspezifische oder allgemeine Karte ist. Grundsätzlich repräsentiert jede Karte ein Gebäude, dass man im Tausch gegen Ressourcen vor sich ablegen kann. Zusätzlich können völkerspezifische Karten als Handelskarte abgelegt werden, sie produziert dann jede Runde eine Ressource. Allgemeine Karten können abgeschmissen werden, um einmalig eine, manchmal auch mehrere Ressourcen, einzubringen.

Als Gebäude ins Spiel gebrachte Karten lassen sich ihrerseits in drei Unterkategorien einordnen:

  • Produktionsgebäude produzieren, das erste mal direkt nach dem Ausspielen, danach zu Beginn jeder Runde, Ressourcen.
  • Eigenschaftsgebäude bieten dauerhafte Effekte, z.B. Siegpunkte für das Ausspielen bestimmter Karten.
  • Auf Aktionsgebäude können z. B. eigene Arbeiter gestellt werden, um Ressourcen zu erzeugen oder Siegpunkte zu generieren.

Das Spiel selbst läuft über fünf Runden zu je vier Phasen.

  • In Phase 1 erhält man je eine Karte seiner eigenen Kultur und 2 allgemeine Karten.
  • In Phase 2 werden Ressourcen produziert.
  • In Phase 3 können abwechselnd Aktionen durchgeführt werden. Es können Gebäude errichtet, Handel abgeschlossen, gegnerische Gebäude überfallen (zerstört) und die Aktionsmöglichkeiten der Karten genutzt werden. Außerdem können zwei eigene Arbeiter gegen neue Karten oder Ressourcen eingetauscht werden.
  • In Phase 4 werden überschüssige Ressourcen abgeworfen. (Karten bleiben auf der Hand, jede Kultur hat eine Ressource, die sie ansparen kann).

Nach 5 Runden gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Bewertung

Imperial Settlers ist ein wunderschön illustriertes Kartenspiel, dessen Design gewollt an die alten Siedler-Computerspiele erinnern soll. Und das ist dem jungen Grafikdesigner Rafał Szyma wirklich wunderbar gelungen.

Die kleinen knubbeligen Figuren bevölkern die vor dem Spieler entstehende Welt, in der jede Runde mehr Nahrung, Steine und Holz produziert werden. Muss man sich in der ersten Runde noch mit wenigen Holzmarkern zufrieden geben, schwimmt man in späteren Runden schon fast im Geld. Die Aktionen einer Karte ermöglichen die Nutzung der nächsten und es kommt zu erstaunlichen Kettenreaktionen. Und wenn man nicht aufpasst, gehen einem die Handkarten noch vor den Ressourcen aus.

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Die Mischung aus völkerspezifischen und allgemeinen Karten vermittelt tatsächlich eine Fortentwicklung aller Kulturen bei zunehmend individuellerem Spielgefühl der einzelnen Fraktionen. Kein Volk spielt sich wie das andere, die Taktiken unterscheiden sich deutlich.

Die Bauwerke der einzelnen Völker passen thematisch wie die Faust aufs Auge. Die Barbaren erhalten im Kampfring Angriffsmarker für Arbeiter, auf einer Expedition lassen sich diese Angriffsmarker in Siegpunkte umwandeln. Die Japaner gucken sich in Buddhas Tempel zwei Karten an und suchen sich eine davon aus. Der Katanaschmied stellt Waffen her, Reisfeldern produzieren Nahrung. Ägypter bauen Pyramiden, im Basar lässt sich Nahrung für Gold eintauschen. Rom sendet Legionen und Baut man einen Kolossuss, können aus Steinen Siegpunkte entstehen.

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Das Spiel ist schnell aufgebaut, die Anleitung klar strukturiert. Fragen kommen keine auf. Nach zwei Wochen Spielpause kann man sich die Zusammenfassung der Anleitung durchlesen und sofort wieder loslegen.

Imperial Settlers spielt sich flüssig, man hat viele Entscheidungen zu treffen und im Vergleich zum niedlichen Design wartet hier ein Spiel mit sehr angenehm taktischem Tiefgang. Die Spiele enden häufig erstaunlich knapp. Die unterschiedliche Spielweise der einzelnen Völker kann den Anschein erwecken, man liegt weit zurück, nur um dann doch zu merken, dass die Römer in den letzten Zügen alles nochmal rausholen können.

Das Spielmaterial lässt keine Wünsche offen, eine kleine Referenzkarte für jeden Spieler hätte aber sicherlich nicht geschadet. Dafür entschädigen aber Details wie zweiseitige Spielertableaus, jeweils mit einem weiblichen und männlichen Vertreter seiner Kultur. Alles ist optisch sehr ansprechend.

Das Spiel lässt sich zu zweit wunderbar spielen, wir denken sogar, dass es so am meisten Spaß macht. Hat man die Gelegenheit ein gegnerisches Gebäude zu zerstören, muss man schon bei zwei Spielern des Öfteren untersuchen, was für Gebäude der Gegner nutzt. Es liegen einfach zu viele Karten auf dem Tisch, um dauerhaft den Überblick zu behalten.

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Das Spiel verfügt über einen Einzelspielermodus mit eigens dafür reservierten Karten, diesen haben wir jedoch noch nicht getestet.

Fazit

Imperial Settlers macht auf den ersten Blick den Eindruck, ein niedliches kleines Zivilisationsspiel zu sein. In Wirklichkeit ist es ein astreiner Enginebuilder mit zahlreichen taktischen Möglichkeiten und hohem Wiederspielreiz.

Ein wenig schade finden wir, dass schon auf der in Essen verkauften englischen Version für die erste Expansion geworben wird.

Wir glauben, dass dieses Spiel sowohl Gelegenheitsspieler (mit etwas Mühe), als auch Vielspieler begeistern kann.

Imperial Settlers bekommt von uns 8 von 10 Punkten.

Geschrieben von Sebastian.